19.12.14

facts + happy ending

Und jetzt ist wirklich der allerletzte Tag gekommen. Die Zeit hier ist vorbei. Das finde ich unglaublich schade. Ich habe die Leute hier liebgewonnen, die unglaublich nett und herzlich sind, den britischen Humor, die Schule, die Busfahrten und natürlich die tolle Landschaft. Das ganze war einfach wie eine Auszeit vom normalen Leben, eine sehr entspannte Zeit, in der man tolle Menschen und eine andere Kultur kennenlernen konnte. So vieles was ich vermissen werden.

Nachdem ich jetzt 3 Monate hier gelebt habe, sind ein paar Sachen zusammen gekommen, die anders/lustig/interessant hier sind. Die habe ich jetzt mal zusammen getragen:

  • Essig: Essig geht hier immer. Auf alles. Ob Pommes oder Chips. 
  • Hairstyles: Hier gibt es die wildesten Frisuren! Die Mädels tragen mit Vorliebe extrem toupierte Haare oder riesige Haarschleifen auf dem Kopf, auch Extensions sind sehr sehr beliebt. Bei manchen sieht das recht gut aus, bei anderen leider eher das Gegenteil :D
  • Salted Butter: Als ich die Cupcakes für Kerstin gebacken habe, brauchte ich noch normale Butter und bin deshalb nochmal zum Shop unten gegangen, um die zu kaufen. Allerdings gab es die gar nicht, aber dafür unzählig viele Sorten von gesalzener Butter! Die Cupcakes haben auch damit sehr gut geschmeckt und auch sonst mag ich gesalzene Butter mittlerweile lieber als normale, die schmeckt einfach nochmal ein bisschen interessanter als normale.
  • Numbers: Im Cumbrian Accent gibt es auch noch eine bestimmte Art zu zählen, auch die “Sheep Counting Numerals” genannt, weil die Schafe damit gezählt werden. Eskdale-Art (1-10): yaena, taena, teddera, meddera, pimp, hofa, lofa, seckera, leckera, dec, bumfit. Millom-Art: aina, peina, para, pedera, pimp, ithy, mithy, owera, lowera, div, bumfit. Klingt doch ziemlich genial, oder? Yes heißt hier “Aye” und No “Nae”.
  • Lucozade: Ein sehr sehr süßer Energydrink, den hier jeder trinkt. Jeder! Und wenn man sich erst mal an die Süße gewöhnt hat (der erste Schluck ist wirklich krass!) schmeckt das sogar ziemlich gut und als Energieschub funktioniert es auch, getestet beim Aufstieg auf den Great Gable ;)
  • Rammstein: Sobald jemand erfahren hat, dass wir Deutsch sind, war die erste Frage: “Do you like Rammstein?”. Die Art von Musik ist hier sehr verbreitet und lange Haare (bei Männern) sieht man hier auch öfters, auf jeden Fall öfters als in Deutschland.
  • TV: Die Zeit in der die Familie abends auf dem Sofa zusammen kommt. Zuhause schaue ich so gut wie nie Fernsehen, aber hier habe ich das echt genossen. Hier gibt es natürlich tolle Serien vom BBC, wie Sherlock, Doctor Who und noch viele andere, wie “Arrow”, “Flash”, “The Last Ship” und natürlich “Strictly Come Dancing”, die wir verfolgt haben. Neben diesen gab es noch Versteigerungssendungen, wo irgendwas vom Flohmarkt für viel mehr als den eigentlichen Wert verkauft wurde, sowie eine “Gadget Show”, bei der Handys abgefackelt und damit “getestet” wurden :D
  • Style: Jogginghosen sind bei den Jungs in der Schule sehr beliebt, sonst eigentlich ziemlich normal und der Style von den meisten Mädchen ist wirklich sehr schön. Würde ich alles sofort selbst anziehen! Ein absolutes Must-Have sind die rotkarierten Riesenschals, die man sich nicht wie normal um den Hals wickelt sondern nur über die Brust (bis zu den Knien) hängen lässt. Jetzt habe ich auch so einen und mag den total gerne :) Das ist zwar nicht sehr warm, sieht aber super aus. Außerdem sind Chunky Boots, riesige klobige Schuhe, oft zu sehen. Zu Weihnachten trägt so gut wie jeder die typischen Christmas Pullis mit ultrakitschigen, aber genialen Aufdrucken und zuhause springt jeder sofort von der Schuluniform in den Onesie.
  • Auszeichnungen: Anders als in Deutschland bekommt man hier sehr viele Preise und Auszeichnungen. Fürs Tanzen, Klavierspielen, für schulische Leistungen und sonstige Sachen. Wenn man in Deutschland eine 1 hat, schön und gut, aber hier wird das viel mehr “gewürdigt” mit Urkunden und Briefen und so weiter.
  • Sandwiches: Die abgepackten Sandwiches sind hier sehr sehr typisch. Mit Käse, Huhn, in der Weihnachtsedition und natürlich BTL. Alleine am ersten Tag hatte ich vier davon, die im Lunch Paket von Mike waren :D
  • Schule: Natürlich, die Schule hier ist ganz anders als in Deutschland. An manchen Stellen viel einfacher, an anderen schwieriger. Aber vor allem das Lehrer-Schüler-Verhältnis ist hier besser. Viel mehr auf Augenhöhe, was wirklich schön ist. Während in Deutschland die Lehrer viel mehr über einem in der Rangordnung sind, hat man hier kein Problem auch einfach mal so mit den Lehrern zu reden. Während es in Deutschland im Hintergrund des Unterrichts so gut wie immer laut ist, ist es hier mucksmäuschenstill und man hat auch gar nicht das Verlangen zu reden, da der Unterricht so viel interessanter ist. Dazu muss man aber auch sagen, dass die Millom School eine eher kleinere und familiäre Schule ist und etwas anders als der Durchschnitt. 
  • Quizze: Sehr sehr beliebt hier. Mit der Schule haben wir ein großes gemacht, zum Abschluss in Psychology und beim Christmas Dinner mit Phil’s Familie. Natürlich darf die Trophäe nicht fehlen!
  • UUUU: Hier spricht man das englische "U" ganz anders aus. Während wir in der Schule gelernt haben, zum englischen Bus "Bas" zu sagen, spricht man das U hier auch wirklich aus wie ein U, allerdings auch nicht immer, weshalb das irgendwie ein bisschen verwirrend ist.

Über den Tag war noch Eve's Schwester mit Familie da, es war ein sehr entspannter und schöner Tag. Der Koffer ist jetzt auch gepackt und platzt fast, hoffentlich geht da morgen alles gut!

Heute Abend ist der allerallerletzte Abend und ich habe mir Chinese Take Away gewünscht, genau wie am aller ersten Abend. So schließt sich der Kreis. 

Ein letztes Goodbye aus England... :)



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